Es lag ein Schön im Kotzen

Anfangs, als ihr Magen die harten Drogen noch nicht gewöhnt war, musste sie sich ständig übergeben; vom Koks eigentlich nie, aber gekokst hatte sie ohnehin selten; das braune Puder aber machte ihrem Magen zunächst zu schaffen: Obwohl sie das Gift gar nicht ballerte, aus Angst davor, sich die Venen zu öffnen, obwohl sie das Gift nur durch die Nase zu sich nahm, oder vom Blech rauchte, hatte sie anfangs meist eine halbe Stunde nach der Durchgiftung heftige Magenprobleme.
Damals lag ein gewisses Schön im Kotzen: Kurz und schmerzlos schwallte der Mageninhalt hindurch ihren Mund, eine kurze, heftige Übelkeit, ein kurzer, heftiger Schwall, und sobald der Magen seinen Inhalt ausgespuckt hatte, war die Übelkeit verschwunden. Keine Probleme vorher, keine Probleme nachher. Kein stundenlanges Schlechtergeh'n, kein Sterben-Wollen während des Übergebens und kein Bangen danach: Ob noch mal ein Würgen folgt.
Der schöne schnelle Schwall seinerzeit hatte den Magen stets gründlich geleert.
Der schöne schnelle Schwall. Es hat fast zwei Jahre gedauert, dieses Schwallen.
Dann erst hatte sich der Magen an die Drogen gewöhnt, kein schönes Schwallen mehr.
Heute ist das Kotzen wieder grässlich: Wenn die Drogen ausbleiben...rebelliert ihr Magen aufs Übelste: Krampfend, qualvoll, lange.