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Kaiser:
Sepp musste wohl was hören. Denn plötzlich drehte er sich um. Er sah mich an, erschrocken war sein Blick. Und Ehrfurcht ging ihm unter seine Haut.
Sie:
Ich wußte nichts.
Erzähler:
Und doch konnt` sie es ahnen.
Sie:
Ich ging dann rauf, dem Fluß entlang.
Kaiser:
Ich war voll Wut. Der schiefe Blick. Das leichte Lächeln. Und plötzlich nahm ich allen Mut.
Erzähler:
Die Fische kamen in Gedanken. Wie sie nach Luft geschnappt und sich aneinander drängten.
Sie:
Dann sah ich sie.
Der Fluß, der konnt` nicht ruhen..
Erzähler:
Und dann?
Kaiser:
Dann kam was kommen muß.
Sie:
Ich hörte ihn schreien. Wie wild war nun die Szene.
Kaiser:
Und dann tat ich`s. Ich wollt ihn nicht mehr sehen.
Erzähler:
Sepp konnte sich noch an der Weide halten.
Sie:
Der Blick war klar. Kein schiefes Auge war zu sehen.
Doch dieser Haß war Stärker als die Hilfe.
Ganz ruhig nahm ich nun seine Hand, tat so als ob ich helfen wollte.
Kaiser:
Er ließ den Ast los. Glaubte sich in Schutz.
Sie:
Nun ließ ich los.
Sah Sepp im Fluß ertrinken.
Und war gelähmt von diesem arg Entschluß.
11
Erzähler:
Und der Beweis, das alles dass geschah?
Kaiser:
Der Menschen geht unter in dem dunklen Fluß.
Aber die Geschicht, die treibt in ruhigem Wasser.
Schlägt an das Ufer,
Schlägt an die Menschen in dem Dorf.
Geht dann von Ohr zu Ohr.
Von Mund zu Mund wird sie getragen.
Und nach und nach kommt Licht dann in die Geschicht.
Drum, glaub nicht an die Zeit, an Wasser, an die Taten.
Der Mensch geht unter die Geschichte nicht.
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